Wir verhandeln mit Banken und Gläubigern. Darin haben wir Erfahrung und holen das Beste für Sie heraus.

Die meisten Schulden entstehen ganz einfach und ohne persönliche Verhandlungen mit den GläubigerInnen. Keine Fragen, keine Argumentationsprobleme und das klare Ziel, irgendwann später zu bezahlen.
Natürlich sollte schon das „Schulden machen" genau durchdacht sein und sollten angemessene Zahlungsbedingungen mit den GläubigerInnen vereinbart werden. Spätestens bei Zahlungsproblemen
oder gar Zahlungsunfähigkeit wird das Verhandeln jedoch zur vorrangigen Pflicht. Eine gut geführte Verhandlung lohnt den Aufwand immer, auch dann, wenn im Augenblick vielleicht der Mut oder die Motivation dazu fehlen.

Was wollen diese GläubigerInnen? Zum Ärger über den lästigen Zahlungsverzug kommt häufig noch das Unverständnis über das „Untertauchen“ der SchuldnerInnen. Was sollen die GläubigerInnen in
diesem Fall tun, wenn nicht mahnen, klagen und pfänden lassen? Zweck der Verhandlungen ist es daher, eine neue Vertrauensbasis zu schaffen, den entstandenen Schaden möglichst zu begrenzen und
letztlich einen Ausweg aus der Schuldenmisere zu eröffnen.
Ein fachgemäß verfasster Brief an die GläubigerInnen oder eine geschickt geführte, persönliche Verhandlung ist dabei wesentlich hilfreicher, als der aussichtslose Versuch, den Kopf in den Sand zu stecken oder die GläubigerInnen mit erlaubten oder faulen Tricks für dumm zu verkaufen.

Das Verhandlungsziel
Neue Vereinbarungen mit den GläubigerInnen über die Rückzahlung der offenen Schulden! Der Verhandlungsbogen kann sich dabei von der einfachen Ratenvereinbarung bis zum Teilverzicht der GläubigerInnen spannen. Das jeweilige Verhandlungsziel sollte klar, glaubwürdig argumentierbar und realistisch umsetzbar sein. Die Vorbereitung Sammeln Sie Selbstbewusstsein für das Gespräch mit
den GläubigerInnen, machen Sie sich bewusst, dass  Sie Verhandlungspartner und nicht unterwürfiger Bittsteller sind. Informationen über alle sachlichen und rechtlichen Belange sind notwendig, kümmern
Sie sich darum. Sammeln Sie die erforderlichen Unterlagen und erstellen Sie auf dieser Grundlage einen realistischen Zahlungsplan. Für mündliche Verhandlungen sollten Sie telefonisch einen Gesprächstermin vereinbaren.

Die Unterlagen
Alle Schriftstücke, die in Zusammenhang mit Ihren Schulden und Ihrer wirtschaftlichen Lage stehen (Einnahmen/Ausgabenliste, Gläubigerliste, Gehaltszettel, Kontoauszüge, Kreditverträge etc.) sollten
übersichtlich in einer Dokumentenmappe zusammengestellt werden. Kopien dieser Unterlagen legen Sie auszugsweise Ihren Briefen bei, zu persönlichen Verhandlungen bringen Sie die gesamte Mappe mit.

Schriftlich oder mündlich?
Ob Sie Ihre Verhandlungen schriftlich oder mündlich führen sollten, hängt von Anzahl und räumlicher Entfernung Ihrer GläubigerInnen, vom Verhandlungszweck und nicht zuletzt von Ihrem persönlichen
Verhandlungsgeschick ab. Gehen Sie bei der Auswahl nicht den Weg des geringsten Widerstandes, sondern entscheiden Sie nüchtern und sachlich, ausgerichtet auf den Verhandlungserfolg.

Briefe und E-Mails schreiben
Ein guter Brief bzw. E-Mail ist kurz und prägnant, sachlich argumentiert und enthält eine nachvollziehbare Sachverhaltsdarstellung sowie ein konkretes Anliegen bzw. Angebot. Wichtige Verhandlungen sollten nach wie vor in Briefform und nicht per E-Mail geführt werden. Kurze, verständlich formulierte Briefe mit einem klaren Anliegen sind am zweckmäßigsten, perfekte Sprache und absolute Fehlerfreiheit sind nicht so wichtig. Musterbriefe („Schimmelbriefe“) sollte man nicht blind kopieren, sondern immer der individuellen Situation und Sprache anpassen. Die folgenden Tipps gelten sinngemäß auch für E-Mails und Faxe, wichtige Schreiben sollte man zwecks Verlässlichkeit und Beweisbarkeit allerdings in der gewohnten Briefform und eingeschrieben per Post verschicken.

Tipp für erfolgreiche Briefe
■ Adresse (Absender, Empfänger) und Datum kontrollieren
■ Anliegen/Angebot klar formulieren
■ Brief unterschreiben
■ Alle eigenen Briefe kopieren
■ Wichtige Briefe „eingeschrieben“ verschicken
■ Einschreibbestätigung auf Kopie aufkleben oder festklammern
■ Kopie und Antwortschreiben sofort dort ablegen, wo sie hin gehören
■ Auf Antwortschreiben rasch und sachlich reagieren
■ Wichtige telefonische Vereinbarungen immer schriftlich bestätigen lassen

Mit wem verhandeln?
Nur ein Schuldenregulierungsplan, der alle GläubigerInnen berücksichtigt, kann Sie aus der Schuldenspirale befreien. Sie müssen also mit all jenen verhandeln, die Forderungen gegen Sie geltend
machen. Ungerechtfertigte Forderungen müssen Sie abwehren. In der Regel sollten Sie direkt mit den eigentlichen GläubigerInnen oder deren Rechtsanwalt Kontakt aufnehmen. Das Inkassobüro muss
ohnehin das tun, was seine Auftraggeber, nämlich die GläubigerInnen wollen, und nicht umgekehrt. In vielen Fällen hat es sich bewährt, eine Kopie der Briefe oder Verhandlungsergebnisse auch an den
Rechtsanwalt bzw. GläubigerInnen und an das Inkassobüro zu schicken.

Selber verhandeln oder VertreterInnen schicken?
Es geht um Ihre ganz persönliche Lebenssituation, Sie selbst kennen die Hintergründe und die Ursachen für die aktuelle Lage am besten. In jedem Fall können Sie BegleiterInnen als Gesprächszeugen oder auch als emotionale Stütze mitnehmen. Fachkundige HelferInnen bei der Verhandlung empfehlen sich, wenn Sie fachliche oder verhandlungstechnische Unterstützung brauchen, etwa im Hinblick auf
Auftreten, Redegewandtheit, Sachinformation oder Glaubwürdigkeit. Natürlich können Sie Ihre HelferInnen auch alleine zur Verhandlung schicken, Sie verlieren dadurch allerdings die direkte Einflussnahmemöglichkeit und vielleicht das Gefühl, Ihre Probleme selbst meistern zu können. In jedem Fall sollten Sie mit Ihren HelferInnen die Verhandlungsgrundlagen, Ziele und Verhandlungsstrategien möglichst genau absprechen. Und nicht zuletzt: Wählen Sie Ihre BeraterInnen, BegleiterInnen oder VertreterInnen sehr sorgfältig aus und besprechen Sie rechtzeitig mögliche Kosten. Diese Einrichtungen können gemeinsam mit Ihnen Grundlagen und Strategien erarbeiten. Letztendlich entscheidet aber die Beratungseinrichtung, ob, wann und in welchem Ausmaß die Verhandlungen für Sie übernommen werden.

Die persönliche Verhandlung
Erscheinen Sie pünktlich, ordentlich gekleidet und gut vorbereitet zur persönlichen Besprechung. Legen Sie dem Verhandlungspartner Ihre derzeitige wirtschaftliche Situation möglichst umfassend dar
und belegen Sie Ihre Ausführungen anhand der mitgebrachten Unterlagen. Jeder Gesprächspartner ist dankbar für Offenheit und konkrete, begründbare Vorschläge. Machen Sie nur „wasserdichte“ Zusagen, die Sie unter den gegebenen und vorhersehbaren, zukünftigen Verhältnissen auch sicher einhalten können. Ein seriöser Verhandlungspartner wird Ihnen gerne eine gewisse Bedenkzeit einräumen, lassen Sie sich also bei Zweifeln oder offenen Fragen nicht zu sofortigen Entscheidungen drängen.

Der Verhandlungsabschluss
Alle Vereinbarungen sollten schriftlich festgehalten werden, eine Ausfertigung ist für Ihre Dokumentenmappe bestimmt. Bewahren Sie auch weiterhin alle wesentlichen Unterlagen auf –wenn Sie diese Papiere wieder einmal brauchen, werden Sie diese kleine Mühe sehr schätzen.
Bei allen diesen Schritten sollten Sie sich ständig bewusst halten, dass es um Ihr Geld, ja vielleicht um Ihre wirtschaftliche Existenz geht, und dementsprechend entschlossen müssen Sie auch handeln